Kursmodul: Quantitativ empirisches Forschen
Vielleicht ist dir im Vorfeld folgende Frage durch den Kopf gegangen: Was um alles in der Welt ist empirische Theologie und wozu soll das gut sein? Das Ganze klingt sehr theoretisch und wenig praxisrelevant – aber gerade das Gegenteil ist der Fall!
In der Theologie beschäftigen wir uns mit Gott und Gottes Wort. Wir betreiben Exegese und lernen, wie man beispielsweise predigt. Aber hast du dich auch schon gefragt, was für AUSWIRKUNGEN dies alles auf die Menschen hat? Das kannst du nur herausfinden, indem du die Menschen selbst dazu befragst. Empirisch forschen bedeutet nichts anderes, als das zu untersuchen, was wir als „Wirklichkeit“ wahrnehmen und die Lebensrealität von Menschen ausmacht. Empirische Theologie ist also gerade explizit an der Praxis und der Lebensrealität von Menschen interessiert.
Im Grunde machen wir das täglich auf verschiedenste Art und Weise. Wenn du nach der Predigt deinen Banknachbarn fragst, wie er die Predigt erlebt hat, dann untersuchst du empirisch die Wahrnehmung deines Nachbarn. Der Begriff Empirie (griechisch: empeiria) bedeutet so viel wie „Erfahrung“ oder „Erfahrungswissen“.
Wir alle bewerten und deuten unsere Umwelt ständig. Wir haben dabei meistens ein eher subjektives Gefühl zu bestimmten Situationen als eigentliches Wissen. Empirische Forschung verfolgt deshalb das Ziel, zu objektiven und nachprüfbaren Aussagen über die Wirklichkeit zu finden. Empirische Forschung möchte für eine bestimmte Lebensrealität objektive und nachprüfbare Aussagen machen und natürlich gibt es dabei auch spezifisch theologische Fragestellungen.